Montag, 13. Juli 2026

Wie man mitten im Dunkeln erleuchtet ist


Lass mich Dir meine Geschichte erzählen

Es war schon in meiner Teenagerphase so, dass sich meine Hellsichtigkeit offenbarte - nur konnte ich sie damals noch nicht zuordnen.

Meine Hellsichtigkeit, Feinfühligkeit und meine Channelfähigkeiten bildeten sich von Jahr zu Jahr mehr aus. Ich spürte Dinge, die sonst niemand wahrnahm. Ich hörte, roch und sah und vor allen Dingen - ich wusste sie.

Das Leben schickte mir immer mehr WeggefährtInnen, die mich anleiteten, mich sahen, meine Gaben erkannten und mich darin lehrten. Es ging von ganz alleine, nie habe ich es forciert, Menschen der gleichen Frequenz über den Weg zu laufen. Natürlich (!) passierte das von selbst - wie könnte es auch anders sein.

Es war ein nicht immer einfacher Weg, meine Gaben anzuerkennen und die geistige Welt offen in mich und um mich fließen zu lassen. Es war anspruchsvoll, all die Schatten des Lichtes anzunehmen, damit umzugehen zu lernen.

Denn auch das ist ein Teil der Energiearbeit und der Spiritualität, über den viele nicht gerne sprechen.

 

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Feinfühlig und hellsichtig zu sein kann auch Leid bedeuten - Energievampire, zu starkes Mitfühlen, ungeplante Vorahnungen oder Rückführungen , Fremdenergien.

Mit all diesen Dingen muss man lernen, umzugehen - es ist ein intensiver Weg, der eines Lehrlings. Er geht nie zu Ende, man lernt nie aus.

Und je "tiefer" ich in den letzten Jahren in die (psycho-)spirituelle Szene eintauchte, desto mehr fiel mir auf, dass gerade diese Gruppe von Menschen - die sich selbst als so offen, und wissend bezeichnet - ausgeprägte Klischeebildung betreibt.

Viele Menschen dieser Szene stecken sehr schnell in Schubladen und züchten sich dabei ein fast schon elitäres eigenes Weltbild und Verständnis. Doch das empfinde ich als schwierig.

Denn:

Wir gehen davon aus, dass Energie überall ist, dass alles von Licht durchflutet wird, in multipler Dimension.

Und gerade dann ist es reiner Unsinn, alles "weltliche" auszuklammern.

Wir alle sind auf diesem Planeten inkarniert, der Erde - HIER und JETZT. Um ein IRDISCHES Leben zu leben.

Und sich dann in eine Blase aus "Licht und Liebe" und Weltentfremdung einzuweben - das hilft uns nicht. Das ist eine weitere Art der Flucht und somit weit entfernt von "Ganzheitlichkeit" oder "Wahrhaftigkeit".

Ich erleb(t)e so oft spirituelle Menschen der "Szene", die konsequent nicht am welt- und landespolitischen Geschehen teilnehmen, weil ihnen all das viel zu "oberflächlich und weltlich" war und mit "Licht und Liebe" ja alles schon irgendwann gut werde. Es reiche zu "meditieren" und alles werde sich schon richten.

Nein. Spiritualität bedeutet auch, den richtigen Weg des Aktivismus zu finden.

Nicht wählen zu gehen bedeutet, den schwierigen Parteien Deine Stimme zu schenken und ein lang erkämpftes Privileg ad absurdum zu führen. Nicht mehr und nicht weniger.

Und Deinen kranken Nachbarn magst Du vielleicht gesünder beten oder meditieren können, was aber nicht heißt, dass er nicht auch eine ganz irdische helfende Hand benötigen kann - weil er essen und trinken muss, Medikamente braucht... oder ganz einfach menschliche Gegenwart.


Alles bedeutet alles 

In der Szene begegnen mir auch immer wieder Menschen, die behaupten, jeder der krank oder traurig ist, stecken bleibt oder mit Frust und Ärger kämpft, KANN NICHT spirituell sein oder gar spirituell arbeiten. Der wahrhaft "Erleuchtete" sei niemals krank, traurig, frustriert oder ratlos.

Genauso müssen WAHRE "erleuchtete Seelen" natürlich sämtlichen "billigen, weltlichen" Dingen entsagen, denn diese sind "Energieräuber".

Du kannst niemals, niemals EnergiearbeiterIn, GeistheilerIn, Lightworker oder Medium sein, wenn du zeitgleich Schokolade und Chips isst, Kuchen backst, Rock/Pop/Funk/Metal/Klassik/HipHop (=Mainstream brrr) hörst oder gar Videos oder - noch schlimmer! - Serien und Filme schaust oder "normale" Bücher liest.

Doch. Du kannst spirituell und "erleuchtet" sein (was auch immer das für Dich heisst) - also Kontakt zur geistigen Welt, zu Deinem Höheren Ich, zu dem Ganzen, der "Oneness" haben - und dabei Schokoladenkuchen essen, während Du Dir die neuste Serie auf N..flix reinziehst und deine Puschelsocken vom Discounter trägst. (Ja, zugegeben: es wäre wünschenswert, wenn Du dabei weißt, dass Dein Tag nicht nur aus N..flix bestehen sollte, Deine Socken ökonomisch und aus Nachhaltigkeitsaspekten nicht das Gelbe vom Ei sind und der Kuchen zwar super lecker schmeckt, aber Zucker für Deinen Körper nur in Maßen gut ist.)

Und Ja - Du kannst spirituell und "erleuchtet" sein, selbst wenn Du (chronisch oder akut) krank oder vielleicht sogar manchmal depressiv bist. Du kannst es sein, selbst wenn Du immer wieder mal nicht weiter weißt, frustriert, zornig oder genervt bist. All das gehört dazu! (solange es keine Dauerzustände sind)

Wenn Du Tage hast, an denen Deine Chakren schmuddelig und ziemlich verschlosssen sind und Deine Aura-Farbe zeitweise dem Ententeich um die Ecke ähnelt - völlig okay!

Denn Spiritualität bedeutet alles. ALLES.

Davon, sich von der Welt und allem, was so gerne "destruktiv" genannt wird, abzuwenden, ist keine erleuchtete oder GANZheitliche Haltung und hat mit dem Prinzip des "EINS-SEIN" (Oneness) herzlich wenig zu tun.

  • Du musst nicht alles positiv finden, denn das ist toxisch.
  • Du darfst Deine eigenen Schatten nicht nur haben, Du solltest sie ehren und beachten und mit ihnen arbeiten.
  • Du verlierst nicht den "Draht nach oben", wenn Du Dir im Sommer ein leckeres Eis gönnst (oder ein paar Kekse im Winter).

Freudvolle Energie steckt in so vielem. It's all energy, weißt Du noch? Also bitte lass es das auch sein!

ALL is energy - nicht nur "All you rate as good enough to be".

Und nicht alles scheinbar "destruktive" ist destruktiv. Die Entscheidung, was Dich hebt und was Dich senkt (langfristig) liegt ganz alleine bei Dir.

Also JA. Du kannst mitten in der Nacht erleuchtet sein. In dem Du sie annimmst.

Ich lade Dich auf diesem Blog herzlich dazu ein, endlich eine geerdete Alltagsspiritualität zuzulassen. Hören wir auf, eine seltsame psycho-spirituelle Elite von weltfremden "Nerds" als Ziel zu sehen.

Fangen wir endlich wieder an, uns irdisch zu verwurzeln, damit unsere Kronen das Licht berühren können. 

 


 

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